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Übersicht:

Kroatien und der Tourismus:
        - Bilder aus Kroatien
        - Lage
        - Bevölkerung
        - Die verschiedenen Regionen Kroatiens:
               
Küste und Hinterland
               
Mittlerer Gebirgsgürtel
               
Peripannonischer und pannonischer Raum
       - Die kroatische Geschichte
       - Wußten Sie schon...
       - Einige bekannte kroatische Persönlichkeiten
       - Politik
       - Wirtschaft allgemein
       - Tourismus:
              
Die Entwicklung des Tourismus in Kroatien
              
Die touristischen Regionen Kroatiens
              
Der Tourismus in Kroatien heute
              
Die touristischen Möglichkeiten Kroatiens
        - Statistische Daten

Die kroatische Minderheit im Burgenland, Österreich

Verwendete Literatur

      

     

KROATIEN

 

Bilder aus Kroatien

Machen Sie sich selbst ein Bild von Kroatien. Hier sind einige Impressionen:

  

Bilder aus Kroatien und aktuelle Wetterwerte

     

Lage

An der Ostküste des Adriatischen Meeres und in seinem Hinterland gelegen, erstreckt sich die Republik Kroatien. Es besteht kein Zweifel, daß Kroatien auf der Landkarte eine äußerst merkwürdige Form aufweist. Dies ist ein Hinweis auf jahrhundertelange Bestrebungen der Nachbarn Kroatiens, dieses außerordentlich schöne und vielseitige Land für sich zu gewinnen.

Die Republik Kroatien nimmt eine Fläche von 56.538 km2 ein. Die Länge der Grenze zu den Nachbarstaaten beträgt 2.028 km. Nach der Volkszählung von 1991 leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich 84,6 Einwohner. Das am dichtesten besiedelte Gebiet ist Mittelkroatien mit der Hauptstadt Zagreb. Es folgen die Gebiete Meðimurje und Hrvatsko Zagorje, während die Gebirgsgegend von Lika die dünnste Besiedelung aufweist.

Lage Kroatiens

   

Bevölkerung

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in den Städten, von denen lediglich Zagreb eine Millionenstadt ist. Die natürliche Zuwachsrate der Bevölkerung Kroatiens beträgt nur 0,2 Prozent. Die Ursachen sind zahlreich, können jedoch im Großen und Ganzen auf die systematische wirtschaftliche Ausbeutung Kroatiens im damaligen Jugoslawien, sowie auf die Auslöschung der kroatischen nationalen Identität in der selben Periode zurückgeführt werden, die zur Auswanderung der kroatischen Bevölkerung führte. Es ist zu betonen, daß Kroatien nach Puerto Rico die höchste Migrationsrate der Welt hat.

Die Einwohnerzahl Kroatiens beträgt laut der letzten Volkszählung im Jahre 1991 (also noch vor dem Krieg) 4.784.265 Einwohner. Die große Mehrheit der Bevölkerung bilden die Kroaten (78,1%), es folgen die Serben (12,2%), dann die sogenannten "Jugoslawen" (meist die Kinder aus gemischten Ehen, die sich, durch die Bestrebung der jugoslawischen Kommunisten alle Südslawen in eine Nation zu verschmelzen, weder zu der Nationalität des Vaters noch der Mutter entscheiden konnten) (2,2%), die Moslems (0,9%), die Slowenen (0,5%), die Ungarn (0,5%) u.a.

Die Kroaten sind hauptsächlich katholisch. Die Serben sind orthodox. Ebenso gibt es die islamische Glaubensgemeinschaft und die jüdische Gemeinde.

Die Amtssprache in Kroatien ist Kroatisch. Den Serben und anderen ethnischen Gruppen werden alle Menschenrechte, sowie Kultur- und Glaubensautonomie gewährt.

Außerhalb der Republik Kroatien leben Kroaten in Bosnien und Herzegowina (in der an Kroatien grenzenden West-Herzegowina ist die Bevölkerung zu 99% kroatisch). Kroaten leben auch in der Wojwodina, im Kosovo und im Küstengebiet Montenegros.

Die systematische Aussiedlung der kroatischen Bevölkerung aus dem Gebiet der heutigen Republik Kroatien und anderen kroatischen Gegenden begann Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der ungarischen Herrschaft in Kroatien, sowie der österreichischen Herrschaft in Dalmatien, und wurde zwischen den beiden Kriegen im großserbischen Königreich Jugoslawien fortgesetzt. Einige hunderttausend Kroaten verließen 1945 auf der Flucht vor dem großserbisch-stalinistischen Terror die Heimat. Seit den 60er Jahren wurde die Auswanderung der Kroaten gefördert, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die kroatische Bevölkerung auszusiedeln und dadurch günstige Bedingungen für die Entstehung eines sogenannten "Großserbien" zu schaffen. Es wird geschätzt, daß nur in den westeuropäischen Ländern etwa 1 Million kroatischer Gastarbeiter und ihre Nachkommen leben. Hauptsächlich leben auf allen Kontinenten genauso viele Kroaten mit ihren Nachkommen wie im Mutterland.

die kroatische Sprache

   

Die verschiedenen Regionen Kroatiens

Durch den Einfluß der Alpen und des Adriatischen Meeres besteht auf einem verhältnismäßig kleinen Gebiet der Republik Kroatien ein beträchtlicher klimatischer Unterschied und damit verbunden eine Vielfältigkeit der Pflanzen- und Tierwelt wie auch eine Vielgestaltigkeit der traditionellen Wirtschaft, vor allem der Landwirtschaft und Viehzucht, aber auch der modernen, rohstoffabhängigen Verarbeitungsindustrie.

Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens
Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens
Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens Reliefansicht Kroatiens

Kroatien läßt sich in folgende 3 Regionen einteilen:
     

1.) Küste und Hinterland

Das Klima im kroatischen Küstenland von der "Triester Bucht" bis zur "Bucht von Kotor" wird größtenteils vom Adriatischen Meer und den sich längs der Küste hinziehenden, vorwiegend dinarischen Gebirgsketten bestimmt. Die Gebirgsketten schützen das Küstengebiet vor den Einflüssen vom Festland und verhindern gleichzeitig das Eindringen des Mittelmeereinflusses ins Binnenland.

In Istrien, im kroatischen Küstenland und in Dalmatien sind 2 Klimatypen vertreten: das im Küsten- und Inselbereich vorherrschende mediterrane und das kontinentale Klima im Hinterland. Das Hauptmerkmal des mediterranen Klimas im Küstenland ist ein überwiegend heiterer Himmel, so daß die Sonneneinstrahlung in Dalmatien fast die gleichen Werte wie im bewölkungsärmsten Gebiet der Welt, in Andalusien, aufweist. So hat z.B. Hvar 2718 und Dubrovnik 2584 Sonnenstunden jährlich; das weltberühmte Nizza an der Côte d’Azur hat auch nicht mehr als 2706 Sonnenstunden jährlich. Die Wintertemperatur auf den kroatischen Inseln und im Küstengebiet sinkt selten auf 0°C und nur ausnahmsweise wenige Grade darunter; so beträgt z.B. die mittlere Januartemperatur in Hvar 8,7, in Korèula 9 und in Dubrovnik 9,2 Grad Celsius – mehr als in manchen südlicheren Mittelmeerorten (Barcelona 8,8°C, Neapel 8,9°C).

Die Adria zeichnet sich durch verhältnismäßig hohe Salinität aus, was neben der Meerestiefe und der Sonneneinstrahlung ihre intensiv blaue Farbe und Klarheit bewirkt. Außerdem ist die Adria ein sehr warmes Meer, so daß die durchschnittliche Sommertemperatur der oberen Meeresschicht 25-37°C beträgt. Den Küstenrand der Ostadria bilden entweder Klippen oder Buchten mit gröberen oder feineren Kieselsteinen oder mit feinkörnigem, goldgelbem Sand.

Nach der norwegischen Küste gilt die kroatische als die am stärksten gegliederte Küste Europas. Vor der Küste erstrecken sich 1185 kleinere und größere Inseln und Riffe, von denen etwa 60 ständig bewohnt sind, was die Bezeichnung "Küste mit tausend Inseln" nicht als Metapher, sondern als eine sachliche Bestimmung erscheinen läßt. Die größten Inseln sind Krk (410 km2), Cres (406 km2), Braè (395 km2), und Hvar (300 km2).

InselnDas unweit der Küste liegende Hinterland ist ein überwiegend aus Kalkstein und Dolomit gebildetes und durch Korrosion geformtes Karstgebiet. Dieser steinige, poröse und wasserarme Boden ist stellenweise überwachsen und an anderen Stellen bewaldet. Fruchtbarer Boden ist im Karst im allgemeinen selten und befindet sich in den auf undurchlässigen Felsen entstandenen Senkungen (das Polje). Diese kleinen Täler und Einsturztrichter, Oasen fruchtbaren Bodens im Stein, bestehen meist aus roter Erde. Zu den Karstmerkmalen gehören Tropfsteinhöhlen, Grotten, unterirdische Gruben, Sickerflüsse, Karstseen, die im Sommer fast immer austrocknen, und im Küstenbereich liegende Quellen unter dem Meeresspiegel, mit denen die Sickerflüsse ins Meer gelangen. Die Wassermengen der Flüsse Zrmanja, Krka und Cetina schufen außerdem noch großartige Canons und Wasserfälle.

Die kroatische Küste zeichnet sich ebenfalls durch ihre zahlreichen Tier- als auch Pflanzenarten, sowohl auf dem Land als auch unter Wasser aus.

 

Tourismus

An der kroatischen Küste herrscht eine enorme Fülle an Möglichkeiten für Touristen. So gibt es zahlreiche Naturparks (Brijuni, Risnjak, Kornati-Inseln, Paklenica, Krka-Wasserfälle, Insel Mljet) oder historische Gebäude, Museen, oder Galerien, die in fast jedem kroatischen Ort vorkommen, zur Besichtigung oder man erfreut sich auch nur am Baden und Tauchen im klaren Wasser der Adria oder an sonstigen sportlichen Aktivitäten.

 

Wirtschaft

Lage, Bodenbeschaffenheit und Relief, Klima, sowie Flora und Fauna bestimmten von alters her die Formen der menschlichen Erwerbstätigkeit an der kroatischen Küste und ihrem Hinterland. Längs der ganzen Küste und auf den Inseln sind Wein- und Olivenanbau die wichtigsten Wirtschaftszweige. In der Umgebung von Split und Dubrovnik, sowie am Neretva-Unterlauf entwickelte sich auch der Obst- und Gartenbau. Auf dem Reichtum der mediterranen Flora beruht die Herstellung von Heilpflanzen, Kräuterteesorten und ätherischen Ölen. Diesen Pflanzen ist auch die gut entwickelte Bienenzucht zu verdanken. Viehzucht (v.a. Schafzucht) und Ackerbau üben einen bedeutenden Einfluß auf die Ernährungsindustrie aus.

Wegen dem entwickelten Fischfang haben die Fischdosenfabriken einen hohen Anteil an der Ernährungsindustrie, wie auch die plantagenmäßige Austern- und Miesmuschelnzucht. Ebenfalls wichtig für die kroatische Wirtschaft sind die Salinen, die seit dem Mittelalter in Betrieb sind. (Die größte befindet sich auf der Insel Pag.)

Im Hinterland gibt es auch Erzvorkommen (Kohle, Pech, Asphalt). Ebenfalls zu erwähnen sind die zahlreichen Steinbrüche in Istrien und auf den Inseln (v.a. auf der Insel Braè). Wichtig sind die Bauxit-Vorkommen in Istrien und im dalmatinischen Hinterland, die insbesondere in Šibenik eine Aluminiumindustrie entstehen ließen. Vor der adriatischen Küste gibt es auch reiche Erdölvorkommen. In Omišalj auf der Insel Krk befindet sich ein berühmter Ölhafen.

Ein Wirtschaftszweig, der sich Ansehen auf der gesamten Welt verschafft hat, ist der kroatische Schiffsbau. Werften kommen in allen größeren Städten, überall entlang der Küste vor. Der größte kroatische Hafen ist Rijeka, gefolgt von Ploèe, das eine große Bedeutung für die Wirtschaft von Bosnien und Herzegowina hat, und Split, der größten Küstenstadt.

Der jüngste Wirtschaftszweig an der Adria ist der Fremdenverkehr. Er ist auch gleichzeitig der wichtigste Wirtschaftszweig für die dortige Bevölkerung. Es gibt kaum jemanden, der nicht, zumindest in der Sommersaison, im Tourismus beschäftigt ist. Die meisten Touristen beherbergen in letzter Zeit Istrien (v.a. die Stadt Poreè), Dubrovnik und die verschiedenen Inseln.

   

2.) Mittlerer Gebirgsgürtel

Der mittlere Gebirgsgürtel wird als die Gegend bezeichnet, die sich zwischen dem Küstenland und dem peripannonischen Raum erstreckt, wobei die Grenze zum peripannonischen Raum nicht gerade auffällt. Nur die Gebirge sind etwas niedriger. Die größten, im Küstenbereich liegenden, Berge sind Uèka (1396 m), Velebit (1757 m) und Biokovo (1762 m), sowie die, sich im Hinterland erstreckende, Dinara (1831 m) – der höchste Gipfel Kroatiens. Der Gebirgsgürtel wird von den Karsthochebenen der Gegenden Lika, Krbava und Gorski Kotar sowie von einer Reihe zu Massiven zusammengedrängter, dicht bewaldeter Kalkanhöhen gebildet. Dazwischen liegen kleine Felder und Talkessel auf einer Durchschnittshöhe von 500-700 m. Das Gebiet von Gorski Kotar liegt über hundert Tage pro Jahr unter Schnee, in einigen Höhlen und Talsohlen hält sich das Eis auch im Sommer. Die durch die Nähe des Meeres und dem hohen Meeresspiegel bedingten Niederschläge im Gebirgsgürtel betragen etwa 1700 bis 3500 Liter auf 1 m2. Der Waldbereich in der Gebirgsgegend des Gorski Kotar macht bis zu 63% aus, während er in der Lika nur etwa 38% des Bodens einnimmt und deshalb die Karstfelsen in Erscheinung treten können. In klimatischer Hinsicht zeichnet sich das Gebiet durch kalte und schneereiche Winter (bis zu –25°C) und frische Sommer aus, sodaß beispielsweise in Gospiæ die Jahresdurchschnittstemperatur 8,5°C beträgt.

 

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftszweig dieser Region ist die Holzindustrie. Aber auf den Feldern der Lika gedeihen auch verschiedene Getreidearten – bekannt für diese Gegend ist eine besondere Gerstensorte aber auch ausgezeichnete Kartoffel- und Kohlsorten. Selbst die unfruchtbarsten Teile der Karstfelder bleiben hier nicht ungenutzt: Sie dienen zur Zucht von Bienen. Die zahlreichen Almen tragen zur Entwicklung der Viehzucht, insbesondere der Schafzucht bei.

 

Tourismus

Diese attraktive, wald- und wasserreiche Gegend mit zahlreichen geomorphologischen und hydrographischen Phänomenen zieht seit jeher Ausflügler, Bergsteiger, Jäger und Angler an, was der Entwicklung des Fremdenverkehrs besondere Möglichkeiten eröffnet. So können Touristen beispielsweise am selben Tag im warmen Adriawasser baden und auf dem nur 25 km vom Meer entfernten Berg Platak Ski laufen. Berühmter Anziehungspunkt für Touristen ist z.B. der Naturpark Paklenica mit seinen tiefen Canons im Velebit-Gebirge, der viele Bergsteiger anlockt. Eine andere Sehenswürdigkeit stellen die Tropfsteinhöhlen, Cerovaèke peæine, an der grenze zwischen den Gegenden Lika und Dalmatien dar, die sich durch die bizarren Formen ihrer Stalaktite und Stalagmite auszeichnen. (Erst kürzlich wurde im Velebit-Gebirge sogar die längste unterirdische Höhle Europas entdeckt.)

   

3.) Peripannonischer und pannonischer Raum

Das nördliche und nordöstliche Gebiet der Republik Kroatien gehört zum peripannonischen und pannonischen Raum, der von einem gemäßigt kontinentalen Klima mit warmen Sommern und ziemlich kalten, trockenen Wintern gekennzeichnet ist. Der pannonische Raum umfaßt die Gebiete Slawonien, Srijem und Baranja, der peripannonische die Gebiete Hrvatsko Zagorje und Kordun. Die gesamte pannonische Ebene, samt ihrer Seen stellt noch heute die Reste des ehemaligen Pannonischen Meeres dar und wird nur durch einzelne, waldreiche Hügelgebirge unterbrochen. Durch dieses Gebiet fließen ebenfalls die größten Flüsse Kroatiens: die Save, deren Lauf durch Kroatien 562 km beträgt, die Drau (203 km), die Donau (188 km) u.a., die alle ins Schwarze Meer fließen, während die Flüsse des adriatischen Bereichs und eines Teils des mittleren Gebirgsraumes überwiegend in die Adria münden.

 

Tourismus

Eine Einzigartigkeit des peripannonischen Raumes und auf der ganzen Welt sind die Plitwitzer Seen, die in die UNESCO-Liste der Naturschönheiten der Welt eingetragen wurden. Dort wechseln sich zahlreiche Wasserfälle und Seen ab, und abhängig von der Umgebung wechselt sich auch ihre Farbe, sodaß sie mittlerweile zu einem berühmten Anziehungspunkt für Touristen geworden sind.

EngelEbenfalls sehr wichtig für den Tourismus sind die zahlreichen Thermen und Heilbäder, die sich hauptsächlich im Hrvatsko Zagorje befinden. Berühmtester Ort hierbei ist Stubièke Toplice. Im Hrvatsko Zagorje befinden sich auch zahlreiche Orte für Ausflüge. So kann man wandern gehen, mittelalterliche Schlösser besichtigen (sehr berühmt ist die Burg Trakošæan) oder sogar Schi fahren – gleich in der Nähe von Zagreb auf dem Berg Medvednica. Im Ort Krapina befinden sich sogar die Überreste des Urmenschen von Krapina.

Der pannonische Raum weist für Touristen z.B. Naturschönheiten, wie etwa die Sumpflandschaft von Kopaèki rit (Kopaèki-Ried), 14 km nordöstlich von Osijek auf.

Nicht zu vergessen ist natürlich der Städtetourismus, der in allen Regionen Kroatiens vorkommt.

 

Wirtschaft

Die pannonische Ebene ist sozusagen die "Kornkammer" Kroatiens. Charakteristisch für die dortige Wirtschaft sind der Anbau von Getreide (besonders Weizen), Zuckerrüben und Wein, die Viehzucht und die Verarbeitung von Obst und Gemüse. Hier befinden sich ebenfalls die größten Fleischfabriken, Brauanlagen und Tabakfabriken. Ebenfalls wichtig für die Wirtschaft Kroatiens sind die hiesige Textil-, Leder- und Gummiverarbeitungs-, Holz-, Bau-, Metall-, und Chemieindustrie.

Bodenschätze auf diesem Gebiet sind eher kärglich. Früher wurde im kroatischen Bergland (Zagorje) noch etwas Kohle abgebaut. Es gibt auch einige Eisenvorkommen, aber noch heute werden in der Ebene des Draugebietes Erdgas und Erdöl abgebaut.

Die Hauptstadt Zagreb gilt allgemein als wichtigstes Industriezentrum Kroatiens und Handelsmittelpunkt (Zagreber Messe). Die Zagreber Wirtschaft hat einen Anteil von über 30% am BSP der Republik Kroatien.

   

Die kroatische Geschichte

Die einzelnen Gebiete der heutigen Republik Kroatien waren schon in der Vorgeschichte besiedelt. Die ältesten Spuren der menschlichen Kultur fand man in einer Höhle bei Krapina nahe Zagreb, den sogenannten "homo krapinensis".

Kathedrale v. SibenikUm 1000 v. Chr. Besiedelten illyrische Stämme dieses Gebiet. Die Namen der Regionen Istrien und Dalmatien zeugen von der illyrischen Herkunft. Im 4. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich im Norden die Kelten und im Süden, an der Küste und den Inseln, die Griechen an. Wenige steinerne Zeugnisse der Hellenen sind in den archäologischen Museen in Zagreb und Split. Im 1. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet der Illyrer. Viele Prachtbauten aus der römischen Zeit schmücken heute noch viele Städte an der kroatischen Adriaküste: Die Arena in Pula, der Augustustempel und Diokletianpalast in Split, die Basilika in Poreè und viele andere. Die Römer gründeten die Provinzen Pannonien, Dalmatien und Histrien. Als 395 n. Chr. das röm. Reich in eine Ost- und eine Westhälfte geteilt wurde, verlief hier die Trennungslinie von der Save, entlang der heutigen serbisch-bosnischen Grenze bis zur Bucht von Kotor. Dies ist heute noch die Scheidelinie zwischen dem, von der katholischen Kirche und der lateinischen Schrift beeinflußten, westlichen und dem, von der Orthodoxie und der kyrillischen Schrift gekennzeichneten, östlichen Kulturkreis. Das heutige Kroatien lag folglich im Westen. Das Schicksal der Kroaten ist von dieser Zeit an bis in die Gegenwart von der Lage als Grenzland bestimmt.

Bildnis eines kroatischen KönigsAm Anfang des 7. Jahrhunderts besiedelten die Kroaten die Teile des heutigen Kroatiens und Bosnien und Herzegowinas. Da entstanden in der Zeit vom 9. bis 12. Jahrhundert die ersten unabhängigen Fürstentümer, die sich ständig gegen das Frankenreich und den Byzantinischen Staat behaupten mußten. Im Jahre 925 wurde Fürst Tomislav zum ersten kroatischen König gekrönt. Er vereinte das pannonische mit dem dalmatinischen Kroatien. Es umfaßte das Gebiet zwischen der Drau im Norden und dem adriatischen Meer im Süden. Zwischen Istrien im Westen und dem Fluß Drina im Osten. Zahlreiche historische Denkmäler sind Zeugen dieser Zeit.

Im Jahre 1102 wählte der kroatische Adel den ungarischen König Koloman zum kroatischen König. Somit kam Kroatien in eine Personalunion mit Ungarn. In dieser Zeit drangen die Türken vom Osten und Südosten nach Kroatien. 1493 unterlag das kroatische Heer den osmanischen Truppen. Im Jahre 1526 fiel der kroatisch-ungarische König in der Schlacht bei Mohács. Das war das Ende des gemeinsamen kroatisch-ungarischen Staates. Kroatien bestand nur noch aus den Überresten des einst ruhmreichen Königreichs.

Im Jahre 1527 wählte der kroatische Adel Ferdinand von Habsburg zum kroatischen König, weil es sich dadurch seine Unterstützung im Kampf gegen die Türken erhoffte. Die Habsburger errichteten an der Grenzlinie zu den Türken die "Militärgrenze" (kroatisch "vojna krajina"). Zur Sicherung siedelte man dort u.a. die serbischen Flüchtlinge an. Die Nachfahren dieser widersetzten sich 1991 dem Austritt Kroatiens aus dem jugoslawischen Staatsverband und lösten somit im 20. Jahrhundert einen der grausamsten Kriege aus.

Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie trat Kroatien durch den Beschluß des Parlaments (Sabor) am 1.12.1918 in ein neues Bündnis: "Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" (später Jugoslawien genannt). Der König war ein Serbe und fast alle Regierungs- und Militärposten besetzten die Serben. Um die nationalen Freiheiten der anderen Völker war es schlecht bestellt. 1928 wurde im Parlament in Belgrad ein Attentat auf die Abgeordneten der kroatischen Bauernpartei verübt, dabei wurde der Obmann Stjepan Radiæ ermordet.

historisches kroatisches WappenWährend des 2. Weltkrieges entstand der unabhängige Staat Kroatien unter der Führung des faschistischen Marionettenregimes. Nach dem 2. Weltkrieg entstand das kommunistische Jugoslawien, in dem nationale, religiöse und politische Diskriminierungen auf der Tagesordnung waren. Mit dem zunehmenden der kommunistischen Wirtschaft, wuchsen die nationalen Unzufriedenheiten einerseits, und der Wunsch der serbischen Politiker nach einem Großserbien andererseits. Als der Kommunismus endlich zusammenbrach kam es auch zum Zerfall des kommunistischen Jugoslawiens.

Am 25.6.1990 rief das kroatische Parlament die Unabhängigkeit aus. Diese erforderte leider sehr viele Opfer. Fast ein Drittel Kroatiens war von den serbischen, paramilitärischen Kräften und der "Jugoslawischen Volksarmee" besetzt. Viele Städte und Dörfer wurden zerstört, viele Kirchen und Kulturdenkmäler niedergebrannt, Infrastruktur vernichtet.

Im August 1995 konnte Kroatien den größten Teil seines eroberten Gebietes wieder befreien. 1997 wurde auch Ostslawonien friedlich in den kroatischen Staat eingegliedert.

Geschichte der kroatischen Sprache

   

Wußten Sie schon...

...daß es ein Kroate war, der im Jahr 1906 den Kugelschreiber und den ersten Füllfederhalter erfunden und zum Patent angemeldet hat: der Ingenieur S. Eduard Penkala.

Hl. Nikolaus - Schutzpatron von Dubrovnik...daß das Wort Krawatte eng mit dem Namen Kroatien (Croata) verbunden ist.
Warum? Weil das kroatische Heer sich seit dem 17. Jahrhundert mit diesem Stückchen Stoff um den Hals schmückte. Von Kroatien aus trat die Krawatte ihren modischen Siegeszug um die ganze Welt an. Nachzulesen übrigens in der Französischen Enzyklopädie.
Mehr zur Krawatte: www.croata.com

...daß es in Dubrovnik schon im 14. Jahrhundert eine staatliche Krankenversorgung gab. Bei Epidemien wurde auf Staatskosten eine Quarantäne durchgeführt, bei der die Kranken auf vorgelagerten Adriainseln isoliert wurden. Diese Einrichtung bestand fast so lange wie die freidenkerische, eigenständige Republik Dubrovnik - viereinhalb Jahrhunderte.

    

Einige bekannte kroatische Persönlichkeiten

Ruðer Boškoviæ (1711-1787), geboren in Dubrovnik, wirkte in vielen europäischen Zentren. Einer der größten Physiker, Mathematiker und Astronomen seiner Zeit. Ein Vorbote der modernen Physik. Gründer der dynamischen Atomistik. Sein bekanntestes Werk: "Theorie der Naturphilosophie".

Josip Broz-Tito (1892-1980): Politiker und Staatsmann; organisiert den antifaschistischen Aufstand im ehemaligen Jugoslawien während des II. Weltkriegs

Ruder BoskovicJuraj Dalmatinac (Georg von Dalmatien) (um 1420-1473), Bildhauer und Architekt der Kathedrale von Šibenik. Erfinder der "Fertigbauweise" mit Steinplatten.

Marin Držiæ (1508-1567): Schriftsteller; Chronist der Republik von Dubrovnik, einer der größten Autoren von Komödien in der Renaissance (Vorgänger von Molière).

Ivan Generaliæ (1914-1992): Maler der naiven Kunst; Gründer der weltbekannten Hlebiner Kunstschule.

Marin Getaldiæ (Marin Ghetaldus) (1566-1606): Mathematiker; bekannt für die Anwendung der Algebra in der Geometrie und ein Pionier in der Ausarbeitung konischer Linsen.

Ivan Gunduliæ (1589-1638): Schriftsteller; bekannt für sein Werk "Osman", das den Freiheitsgeist der Republik von Dubrovnik feiert.

Julije Kloviæ (Giulio Clovio) (1498-1578), der bedeutendste Miniaturmaler seiner Zeit ("ein neuer Michelangelo"). Er malte für den Papst und die Familie Medici in Florenz.

Miroslav Krleža (1893-1981), der bekannteste kroatische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Essayist und Enzyklopädist, Dichter, Romanautor und Dramaturge, dessen Werke in alle Weltsprachen übersetzt wurden. Gründer der kroatischen Lexikographie.

Vatroslav Lisinski (1819-1854): Komponist; Verfasser der ersten kroatischen Oper "Liebe und Arglist" aus dem Jahre 1846.

Ivan Lupis (1813-1875): Marineoffizier aus Rijeka; Erfinder des Torpedos, der zum ersten Mal in der Whitehead-Fabrik in Rijeka im Jahre 1866 hergestellt wurde.

Marin (4. Jahrhundert): Steinmetz von der Insel Rab; Gründer von San Marino, der ersten Republik in Europa.

Ivan Meštroviæ (1883-1962): berühmter kroatischer Bildhauer, bekannt für seine monumentalen Skulpturen mit nationaler Thematik; vor allem bekannt für seine Indianer-Skulpturen in Chicago; lebte und arbeitete bis zu seinem Lebensende in den USA.

Slavoljub Penkala (1871-1922): der Erfinder des Kugelschreibers und der Füllfeder im Jahre 1906, sowie des ersten kroatischen, zweisitzigen Flugzeugs.

Marco Polo (1253-1324): Abenteurer, Weltreisender und Forscher; er entdeckte China von Europa aus; brachte die Seidenraupe aus China nach Europa; geboren auf der Insel Korèula, die zu seiner Zeit unter venezianischer Herrschaft war.

Vladimir Prelog (1906-1998): Chemiker; arbeitete in der Schweiz; er bekam 1975 den Nobelpreis für Chemie verliehen.

Nikola TeslaStjepan Radiæ (1871-1928): Politiker; Gründer der Kroatischen Bauernpartei (HSS); ein Demokrat und Kämpfer für die Freiheit Kroatiens; starb an den Folgen des Attentats in der Volksversammlung des Königreiches Jugoslawien.

Lavoslav Ružièka (1887-1976): Chemiker; arbeitete in der Schweiz; bekam 1939 den Nobelpreis für Chemie verliehen.

David Schwartz (1852-1897): Konstrukteur des Luftschiffes mit Metallkonstruktion; seine Arbeiten kaufte ihm Ferdinand Zeppelin ab und baute danach den Flugkörper, der seinen Namen trägt.

Ante Starèeviæ (1823-1896): Politiker; Gründer der Kroatischen Rechtspartei (HSP); er vertrat die Politik der absoluten Unabhängigkeit Kroatiens; wurde zum "Vater der Heimat" ernannt.

Alojzije Stepinac (1898-1960): Zagreber Erzbischof; Kardinal und Theologe, der während des II. Weltkriegs öffentlich die faschistischen Verfolgungen verurteilte; nach der Machtübernahme von Seiten der Kommunisten wurde er verhaftet. Er starb in Gefangenschaft und wurde zum Märtyrer ernannt. Vom Papst seliggesprochen.

Nikola Tesla (1856-1943): Physiker; war in den USA tätig;  einer der bekanntesten Forscher und Erfinder unseres Jahrhunderts im Bereich der Elektrotechnik und Radiophonik (Dreiphasenstrom); er projektierte das erste Wasserkraftwerk auf den Niagara-Wasserfällen und gab die Grundlagen für die Herstellung von Radargeräten; nach ihm wurde die Einheit für Magnet-Induktion benannt (Tesla, T).

Franjo Tuðman (1922-1999): Politiker und Historiker; Mitglied der antifaschistischen Bewegung; wurde wegen seines Einsatzes für die kroatischen nationalen Rechte vom kommunistischen Regime verurteilt; Gründer der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), die die ersten demokratischen Wahlen im Jahre 1990 gewann; erster Präsident des unabhängigen kroatischen Staates.

Skizze von Faust VrancicFaust Vranèiæ (lat. Faustus Verantius) (1551-1617): Erfinder, Philosoph und Lexikograph; er antizipierte eine ganze Reihe von technischen Erfindungen, unter anderem auch den Fallschirm.

Ivan Vuèetiæ (1858-1925), einer der Erfinder der Daktyloskopie, der Methode zur Identifikation von Personen aufgrund des Fingerabdrucks.

Dies sind nur einige Beispiele für das Schaffen kroatischer Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben in Europa wesentlich mitgeprägt haben und auch heute noch prägen.
Fügen wir dem noch hinzu, daß eine Reihe von Architekten, Malern und Bildhauern, die Sie vielleicht unter dem Namen Schiavoni in der italienischen Kunst kennengelernt haben, eigentlich Kroaten (Schiavoni - Slawe) von der Ostküste der Adria waren: In der Renaissance waren das die Brüder Vranjanin, Architekt Lucijan und Bildhauer Franjo (Luciano und Francesco) Laurana, der Maler Juraj Æulinoviæ (Giorgio Schiavone), der Bildhauer Ivan Duknoviæ (Johannes Dalmata), der Maler Andrija Meduliæ (Medova), der Miniaturist Julije Kloviæ (Clovio) und andere.
Auch der größte kroatische Bauherr und Bildhauer des 15. Jahrhunderts, Juraj Dalmatinac, der außer in Dalmatien auch drei bedeutende Denkmäler in Ancona gebaut hatte, ist in der Welt unter dem Namen Giorgio da Sebenico bekannt. Weltberühmt ist die Kathedrale von Šibenik. Von den Malern aus der Epoche des Barock ist Frederik Benkoviæ zu erwähnen, der in der italienischen und österreichischen Kunst bekannt ist.

   

Politik

Kroatien ist seit 1991 eine unabhängige, parlamentarische Demokratie. Der höchste Repräsentant des Staates ist der Präsident. Dieser ist auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Der erste kroatische Präsident und Gründer des heutigen kroatischen Staates war Dr. Franjo Tuðman (HDZ), welcher aber am Ende seiner Karriere nicht unumstritten war. "Freunderlwirtschaft", autokratischer Führungsstil und überheblicher Nationalismus wurden ihm vorgeworfen. Er verstarb im Dezember 1999.
  Der Sieger der Präsidentschaftswahlen am 7. Februar 2000. Stjepan Mesiæ wurde vielleicht auch deshalb zum neuen Präsidenten gewählt, da er grundsätzlich verschieden zu seinem Vorgänger Tuðman ist und durch seine lockere Art und seinen Humor große Popularität errang. Stipe Mesiæ war auch - auf Willen mehrerer Politiker und des Volkes - schon der letzte Präsident, des sich bereits zerfallenden Jugoslawien, aber nur für kurze Zeit und ohne große Macht.
  Er legt nun besonderen Wert auf Enthaltung und Sparsamkeit im Staatshaushalt und will den kroatischen Staat zu einem modernen, westlichen Staat reformieren. Die Staatsausgaben für das Militär sollen gekürzt und die Medienfreiheit noch mehr als bisher vorangetrieben werden. Der baldige Beitritt zur NATO und EU wird angestrebt. Kroatien ist seit Mai 2000 auch Mitglied des NATO-Programms "Partnerschaft für den Frieden".

Gemäß der Verfassung von 1990 (mit einigen Änderungen seit 1993) setzt sich der alle 4 Jahre zu wählende Sabor aus dem Repräsentantenhaus und dem Regierungsbezirkhaus zusammen.

Nach der Wahl am 4. Jänner 2000 löste die Koalition zwischen Sozialdemokraten (SDP) und Sozialliberalen (HSLS) und 4 anderen, kleineren Parteien mit einer überwältigenden Mehrheit die langjährig an der Macht gewesene HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) ab, dessen Politikern zu diesem Zeitpunkt große Korruption vorgeworfen wurde. Der momentane kroatische Premierminister ist auch der Führer der Sozialdemokratischen Partei - Ivica Raèan.
  Einige Parteien: die Bauernpartei (HSS), die Istrische Demokratische Versammlung (IDS), die Christlich-Demokratische Union (HKDU), die Partei des Rechts (HSP) etc.

Kroatische Flagge

mehr zur kroatischen Flagge

   

Wirtschaft allgemein

Im gemeinsamen Jugoslawien war Kroatien nach Slowenien die wirtschaftlich am weitesten entwickelte Teilrepublik. Am Bruttoinlandsprodukt tragen Dienstleistungen (u.a. Handel und Fremdenverkehr) einen Anteil von 62%, die Industrie 25%, Landwirtschaft und Fischfang 12% bei. 1996 erzielte Kroatien erstmals seit der Unabhängigkeit im Jahre 1991 ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Dennoch betrug das BIP im Sommer 1996 erst 75% des Standes von 1990. Grund hierfür ist der dramatische Einbruch der Wirtschaft im zerfallenden damaligen Jugoslawien in den Jahren 1990 bis 1992, sowie die Stagnation in den folgenden 3 Jahren. Insbesondere im Außenhandel mußte sich der neue Staat umorientieren, nachdem der Binnenmarkt der SFR Jugoslawien verschwand. Die Veränderungen in den übrigen ehemaligen Staatshandelsländern Mittel- und Osteuropas, die zuvor bedeutende Abnehmer auch von kroatischen Produkten waren, trugen ebenfalls zum Verlust vieler Absatzmärkte bei.

Die direkten Kriegsschäden beziffert die Regierung auf etwa 27 Milliarden USD. Die indirekten Schäden, beispielsweise durch das fehlen von Tourismuseinnahmen, seien jedoch doppelt so hoch. Der Tourismus und die Bauwirtschaft sind denn auch seit dem Friedensabkommen von Dayton die Zugpferde für die konjunkturelle Erholung Kroatiens. Dennoch liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei 17,8%. Diese könnte in den kommenden Jahren sogar noch weiter steigen.

Nach Hyperinflationsraten in den 80er und den frühen 90er Jahren, mit denen nur einige südamerikanische Staaten "mithalten" konnten, schaffte es Kroatien ab Herbst 1993 mit einem radikalen Stabilitätsprogramm, die Geldentwertung zu stoppen und das Haushaltsdefizit zu begrenzen. Eine Folge dieser bemerkenswerten Währungspolitik ist eine stabile Kuna. Andererseits ist diese Politik nicht unumstritten, da hohe Zinsen und Steuern, sowie niedrige Löhne die Wirtschaft, bzw. weite Bevölkerungskreise empfindlich treffen. Investitionen werden größtenteils nur in nicht kapitalintensive Bereiche (z.B.: Cafés, Diskotheken,...) getätigt. Ausländische Investoren halten sich wegen dem zu kleinen kroatischen Binnenmarkt, der Bürokratie und der schlechten Infrastruktur ebenfalls zurück.

Zur Behebung dieses Problems plant die Regierung große Investitionen in die Infrastruktur. So werden zum Beispiel bis zum Jahre 2004 Autobahnen ganz Kroatien verbinden. Die Reise von Rijeka nach Dubrovnik, Slowenien und Ungarn wird dann enorm erleichtert.

1997 wurde auch eine Steuerreform mit der Einführung der Mehrwertsteuer durchgeführt. Die Verteidigungskosten verschlangen 1994 noch 33% der öffentlichen Ausgaben, jedoch ist eine Verschiebung zu Gunsten des Wiederaufbaus erkennbar. Der Privatisierungsgrad hat ebenfalls bereits 54% erreicht. Besonders kleinere und mittlere Betriebe sind privatisiert.

Ein anderes Problem ist das hohe Handelsbilanzdefizit. Mageren Exporten stehen hohe Importe gegenüber. Der kroatische Wirtschaftsminister geht davon aus, daß erst im Jahre 2002 oder 2003 das BIP-Niveau des Vorkriegsjahres 1990 erreicht sein wird. Jedenfalls öffnet sich Kroatien zum Westen hin und der Beitritt zur NATO und zur EU wird angestrebt.

Kroatisches Wappen

   

Tourismus

Die Entwicklung des Tourismus in Kroatien

Der Tourismus in Kroatien begann Jahre 1844, als Opatija auf der Halbinsel Istrien zum Haupt-Tourismusort der österreichisch-ungarischen Monarchie und einem der wichtigsten Tourismusorte Europas wurde. Die touristische Bedeutung Opatijas verminderte sich jedoch bedeutend mit dem Anschluß an Italien nach dem 1. Weltkrieg.

Andere Pioniere des kroatischen Tourismus sind aber noch die Stadt Hvar auf der gleichnamigen Insel, in der 1868 die erste Tourismusgesellschaft Kroatiens gegründet wurde und Krk. Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Tourismus auch in Crikvenica, Mali Lošinj und Rab, sodaß man alle diese Orte zu den Pionieren des kroatischen Tourismus zählen kann.

In Titos Jugoslawien wurde seit den 60er Jahren der Fremdenverkehr als Devisenquelle entdeckt und massiv ausgebaut. Hierbei setzte man hauptsächlich auf Pauschaltouristen, für die Hotels und Urlaubssiedlungen errichtet wurden. Dennoch kamen auch zahlreiche Individualreisende, die meist Betten in Privatunterkünften belegten. 1990, im letzten Vorkriegsjahr, kamen fast 8,5 Millionen Gäste, die für über 52 Millionen Übernachtungen in Kroatien blieben. Zwei Drittel dieser Übernachtungen entfielen auf Ausländer, hauptsächlich Deutsche, Österreicher und Italiener. In den 80er Jahren erlangte auch der preisbrechende Chartertourismus große Bedeutung.

   

Die touristischen Regionen Kroatiens

Die meisten Touristen besuchen den Küstenbereich Kroatiens. Der Küstentourismus beinhaltet mehr als 90% des kroatischen Fremdenverkehrs. Im Gebirgsgürtel Kroatiens stellen nur die Plitwitzer Seen ein wichtiges Zentrum für Touristen dar. Im pannonischen und peripannonischen Raum hebt sich vor allem die Stadt Zagreb heraus, aber es gibt auch noch einige andere touristisch-wichtigere Thermen und Städte mit einem einigermaßen entwickelten Dienstleistungstourismus. Deshalb gibt nur der Tourismus im Küstenbereich Anlaß zu einer etwas detaillierteren Einteilung.

Bilder aus Kroatien

 

Istrien

Wichtigste touristische Region Kroatiens. Trägt etwa ein Drittel zu den Einnahmen durch den Fremdenverkehr in Kroatien bei. Von den 5 größten Tourismuszentren Kroatiens befinden sich sogar 4 an der westlichen Küste Istriens. Das wichtigste Zentrum ist Poreè, das jährlich etwa 5 Mio. Nächtigungen erreicht, dahinter folgen Umag, Rovinj und Pula. Die Hauptmerkmale des istrischen Tourismus sind die Orientierung zum Massentourismus, große Tourismusgesellschaften und betonte regionale Identität, die sich besonders im Aspekt der Vermarktung zeigt.
 

Kvarner

Zeichnet sich durch die Verschiedenheit der Reliefs und einer Mehrzahl an Inseln aus. Deshalb gibt es dort auch nicht so große touristische Komplexe wie in Istrien. Touristisches Zentrum der Region ist Opatija, das auch gleichzeitig Merkmal der kroatischen touristischen Tradition ist.
 

Nord-Dalmatien

Beinhaltet einen einzigartigen Raum mit einer besonders gegliederten Küste. Orientiert sich am nautischen Tourismus. Hier gibt es auch die besten räumlichen Möglichkeiten zur Entwicklung des Tourismus in ganz Kroatien. Alle touristischen Zentren befinden sich an der Küste.
 Insel Mljet

Mittel-Dalmatien

Mit der Größe und dem Typ des Küstenreliefs ähnelt Mittel-Dalmatien der Kvarner-Region. Unterschiede sind andere klimatische und historisch-geographische Merkmale, wie das etwas weiter in das Festland reichende Küstengebiet und der betontere Privattourismus. Am weitesten entwickelt ist der Tourismus im südlichen Teil der Region, in der Makarska-Riviera und auf den Inseln Hvar und Braè und natürlich auch im Zentrum Dalmatiens – Split.
 

Süd-Dalmatien

Diese kleinste und entfernteste Region Kroatiens zeichnet sich durch die Hinwendung zum Meer und zu kulturell-historischen Eigenarten, die durch das langjährige Bestehen der alten Republik Dubrovnik entstanden, aus. Deshalb empfindet man auch Dubrovnik als touristisches Zentrum dieser Region. Dieses Gebiet wird außerdem besonders von Touristen mit einer größeren Zahlungskraft besucht und ist außerdem ein etwas kulturell-hervorgehobenerer Teil des kroatischen Tourismus.

Gebirgsregion

Der Nationalpark "Plitwitzer Seen" erwirtschaftete etwa drei Viertel des gesamten Fremdenverkehrs dieser Region. Die Transittouristen machen den Hauptteil der Besucher dieser Region aus.

Mittelkroatien

Umfaßt vor allem den Raum um die Stadt Zagreb, mit Thermen und Kurbädern. Aber auch die Städte Karlovac (Karlowitz) und Varaždin tragen zum Tourismus bei.
 

Slawonien und Baranja

Ist touristisch noch nicht entwickelt, zeichnet sich aber durch die Eigenart der Landschaft der pannonischen Tiefebene und einer reichen traditionellen Kultur aus. Einen etwas größeren Fremdenverkehr erwirtschaften nur die Städte Osijek, Slavonski Brod und Vinkovci.

   

Der Tourismus in Kroatien heute

Die Rekordzahlen an Übernachtungen, die vor dem Krieg notiert wurden, sind noch nicht erreicht. Die Folgen des Krieges sind noch immer zu spüren. Ebenfalls ist Kroatien nicht mehr unbedingt ein billiges Urlaubsland: Die Folgen der Stabilitätspolitik spürt auch der Reisende. So liegen Hotelzimmer und Restaurants teilweise nicht mehr unter dem Preisniveau, das nördlich der Karawanken herrscht. Die Privatunterkünfte sind dagegen weiterhin günstig.

Viele der über 500 Hotel- und Feriensiedlungen wurden während des Krieges als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Für einen Qualitätstourismus, dem sich das Land verschrieben hat, sind viele dieser überdimensionierten Gebäude, die oft noch den sozialistischen "Charme" der 70er Jahre ausstrahlen, überflüssig. Es bleibt zu hoffen, daß wenigstens die häßlichsten "Bettenburgen" abgerissen werden. Für kleinere und individuellere Hotels gibt es dagegen Investoren und Gäste. Eine große Zukunft hat auch der nautische Tourismus, da die kroatische Adriaküste zu den schönsten und anspruchsvollsten Segelrevieren der Welt zählt und gleichzeitig ein Netz von mehr als 45 sehr guten Marinas vorhanden ist.

Im Ausland weniger bekannt sind dagegen die Heil- und Thermalquellen im Hrvatsko Zagorje oder in West-Slawonien. Auch für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer gibt es in der wenig besiedelten Bergregion Kroatiens noch viel zu entdecken. Entwickelter demgegenüber ist der Jagdtourismus, da bereits seit vielen Jahren für harte Devisen auch Ausländer auf Hirsche, Wildschweine oder sogar auf Bären schießen dürfen.

   

Die touristischen Möglichkeiten Kroatiens

Die Gastwirtschaft und der Tourismus gelten auf der ganzen Welt als Wirtschaftszweige mit den besten Entwicklungsbedingungen. Dank dem unaufhörlichen Anstieg des Lebensstandards in den entwickelten Ländern, der Arbeitszeitverkürzung und dem Streben der Menschen nach fremden Ländern, verbucht der Fremdenverkehr immer bessere Zahlen. Deshalb prognostiziert man, daß Anfang des 21. Jahrhunderts der Tourismus der bedeutendste Wirtschaftszweig der Welt wird.

Kroatien sind für die Zukunft noch viele touristische Möglichkeiten offen:Fundstück von der Insel Vis

   

Statistische Daten

(OECD, Kroatische Wirtschaftskammer, Kroatische Zentrale für Tourismus,
Kroatische Zentrale für Tourismus)

(Wir werden die neuen Daten von der Volkszählung 2001 veröffentlichen, sobald diese verfügbar sind.)
Sie finden die neuesten Daten auch im CIA World Factbook.

CIA

Fläche: 56.538 km2                    (von 3,2 Mio. ha landwirtschaftlich nutzbarer Fläche werden 63% genutzt)

Territorialgewässer: 31.067 km2

Grenzlänge 2.028 km

Bevölkerung (1991): 4.784.265 Millionen Einwohner

Bevölkerungsdichte (1991): 84,6 Einw./km2

Bevölkerungswachstum/Jahr: 0,1%

Kindersterblichkeit: 1,0%

Alphabetisierung: 97%

Einwohner pro Arzt: 356

Bevölkerung (1991):

78,1% Kroaten
12,2% Serben
2,2% "Jugoslawen"
0,9% ethn. Muslime (43.500)
0,5% Slowenen (22.400)
0,5% Ungarn (22.400)
0,4% Italiener (21.300)
0,3% Tschechen (13.100)
0,3% Albaner (12.000)

Religion (1991):

76,6% Katholiken
11,1% Serbisch-Orthodoxe
1,1% Muslime
0,4% Protestanten

3,9% Atheisten
6,9% unbekannt

Städte (1991):

Hauptstadt Zagreb 933.914 Einw. (64% der kroat. Bevölkerung lebt in Städten)
Split 189.388 Einw.
Rijeka 167.964 Einw.
Osijek 104.761 Einw.
Zadar 76.343 Einw.
Pula 62.378 Einw.
Karlovac (Karlowitz) 59.999 Einw.

Aufteilung der Wirtschaftssektoren (1998):

  1. Land- und Forstwirtschaft: 11,4%
  2. Bergbau und Industrie: 30,1%
  3. Dienstleistungen: 58,5%

Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (1997): 4.060 USD

Inflationsrate (1997): 3,6%

Arbeitslosenrate (1998): 17,6%

Durchschnittlicher Bruttolohn (1995): 578 USD/Monat

Hauptexportländer:
   Italien (23%)
   Deutschland (21,5%)
   Slowenien (13,1%)
   Bosnien-Herzegowina (8,3%)
   Österreich (4,3%) (in % der Gesamtausfuhr)

Hauptimportländer:
   Deutschland (20,1%)
   Italien (18,2%)
   Slowenien (10,7%)
   Österreich (7,7%)
   Großbritannien (6,1%) (in % der Gesamteinfuhr)

Tourismus:

Touristische Daten von 1988 - vor dem Krieg (geordnet nach Regionen):

Region

Fläche
(in km2)

Einwohner
(1991)

Verfügbare
Betten

Touristen

Nächtigungen

gesamt

fremde Gäste

Kroatien gesamt

56 538

4 784 265

926 349

10 354 000

67 298 000

42 192 000

Istrien

2 820

204 346

266 309

2 441 000

21 762 000

15 297 000

Kvarner

4 946

338 808

220 098

2 268 000

15 781 000

11 015 000

Nord-Dalmatien

5 441

351 293

135 476

957 000

7 212 000

4 420 000

Mittel-Dalmatien

4 501

472 224

172 488

1 354 000

10 822 000

5 654 000

Süd-Dalmatien

1 816

128 124

94 481

1 105 000

7 424 000

4 459 000

Gebirgsgebiet

7 041

133 475

10 223

375 000

691 000

449 000

Mittelkroatien

16 629

2 145 412

21 478

1 496 000

2 935 000

776 000

Slawonien u. Baranja

13 344

1 011 033

5 796

356 000

672 000

122 000

Ausländische Besucher (1997): 3.777.981
Nächtigungen von Touristen aus dem Ausland (1997): 24.531.645
Nächtigungen gesamt (1997): ca. 34,3 Mio. (Zunahme von mehr als 42%)

Links zu mehr Informationen über Kroatien

 

    

Die kroatische Minderheit im Burgenland, Österreich

 

Im 16. Jahrhundert siedelten sich ca. 100 000 Kroaten im heutigen Burgenland an. Es waren die Türkenfeldzüge gegen Wien, die gigantische Umsiedlungsaktionen von Kroaten nach sich zogen. Denn um die verwüsteten Gegenden, Ländereien und aufgelassenen Dörfer nach dem Abzug der Türkenheere wieder mit neuem Leben zu erfüllen, brauchte man "neue Menschen". Die Grafen Erdödy und Batthyány besaßen ausgedehnte Besitzungen sowohl in Kroatien, als auch in Westungarn. Sie holten die kroatische Bevölkerung aus den Grenzgebieten zum Osmanenreich in das heutige Burgenland.
(Nebenbei gesagt entstand durch diese Umsiedlungsaktion auch ein anderes Minderheitenproblem in Kroatien, weil die aufgelassenen Höfe der Kroaten von der österreichischen Militärverwaltung mit den, von den Türken geflohenen, Serben besiedelt wurden.)

Zwischen den angesiedelten Kroaten in Westungarn und ihrem Muttervolk in der alten Heimat zerfielen nach und nach die Bindungen. Erst um die Jahrhundertwende entwickelte sich - durch die Mobilität gefördert - ein großes Interesse an kulturellen Kontakten. Vor allem kroatische Geistliche bemühten sich um die Erhaltung des völkischen Bewußtseins. In der ungarischen Öffentlichkeit galt jedoch jede zu enge Verbindung zwischen den westungarischen Kroaten und ihrem Heimatland als Landesverrat und sie wurden als "Panslawisten" beschimpft.

1910 verfügte die kroatische Volksgruppe in 110 Ortschaften über 60 römisch-katholische, rein kroatische Volksschulen und beinahe 150 Priester. Während aber die Schulgesetze bis 1907 die kroatische Sprache in allen Gegenständen vorsah, machten die Schulgesetze des Grafen Apponyi die ungarische Sprache in den Volksschulen zur verpflichtenden Unterrichtssprache.

Nach dem 1. Weltkrieg änderte sich jedoch die Situation für die westungarischen Kroaten grundlegend. Waren sie bisher gemeinsam mit der deutschen Bevölkerung eine Minderheit in Ungarn gewesen, so drehte sich der Spieß für die Kroaten um.

Vor der Abstimmung über den Anschluß des Burgenlandes an Österreich gab es bei den Kroaten zwei Stimmungslagen. Die ortsgebundenen Bauern waren strikt gegen einen Anschluß. Der andere Teil aber, die Händler und Nebenerwerbslandwirte, waren schon längst mit dem österreichischen Absatzmarkt verflochten und sahen daher ihre Interessen in einem Anschluß an Österreich besser gewahrt.

So wurde 1919 mit dem Staatsvertrag von Saint-Germain das Burgenland geschaffen. Es besteht aus den westlichen Teilen der Komitate Preßburg, Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg. Weil alle Komitate die Endsilbe "burg" hatten, kam es auch zum Namen des Landes: Burgenland. Das kroatische Siedlungsgebiet wurde dadurch geteilt, aber die meisten kroatischen Dörfer dieses Raumes mit ca. 50 000 Einwohnern kamen auf diese Weise zu Österreich. Der Staatsvertragstext enthielt auch Bestimmungen für den Minderheitenschutz. (z.B.: Unterricht der eigenen Sprache in der Volksschule) Seine Umsetzung hing aber in der Praxis im Grunde genommen vom guten Willen der österreichischen Verwaltungsbehörden ab.

Die Kroaten gründeten daraufhin den Kroatischen Kulturverein und sie waren auch in öffentlichen Ämtern stark vertreten und engagierten sich in politischen Parteien (z.B. in der Christlich-Sozialen Partei oder auch den Sozialdemokraten)

Für die kroatischsprachigen oder gemischtsprachigen Schulen hatten die Gemeinden zur Gänze aufzukommen, jedoch konnten sich dies die größtenteils kleinen und ebenso armen Gemeinden nicht mehr Leisten, weshalb mehr und mehr dieser kirchlichen Gemeindeschulen von der Landesschulbehörde übernommen wurden. Dies hatte auch die Folge, daß bei der Besetzung der Lehrerposten das Kroatische längst nicht mehr so stark vertreten war. Außerdem führte die Vorschreibung, daß Deutsch als Pflichtfach in der Dauer von 5 Wochenstunden in jeder Klasse zu unterrichten sei ebenfalls dazu, daß der Kroatischunterricht in den Hintergrund trat. Ein zweiter Feind des Kroatischunterrichts waren auch die kroatischen Assimilanten, die in der Erlernung der Mehrheitssprache ein besseres berufliches Fortkommen sahen.

Dies alles war Ausdruck des politischen Kampfes zwischen den - grob gesagt - minderheitenfreundlichen Christlich-Sozialen und den kroatenfeindlichen Sozialdemokraten. Mehr und mehr sozialdemokratisch regierte Gemeinden übertrugen ihre konfessionellen Schulen der staatlichen Verwaltung. Der Kampf um die Sprache wurde nun auf der Ebene der Lehrerposten ausgetragen.

Nach dem Anschluß Österreichs an Hitlerdeutschland teilte sich die kroatische Minderheit wiederum in 2 Gruppen. Der eine Teil, der schon lieber bei Ungarn geblieben wäre, nahm gerade jetzt wieder eine österreichisch-nationale Haltung ein, während der andere Teil, keine 20 Jahre später, seine Hoffnungen auf einen weiteren Anschluß an das Großdeutsche Reich setzte. Ein Bekenntnis zum Deutschtum brachte auch bessere Aufstiegschancen. Anfangs schien alles gut zu gehen. Aber letztlich kam alles anders. Die Kroaten paßten nicht in das minderheitenfeindliche Konzept der Nazis. So begannen also Maßnahmen gegen die kroatische Minderheit (wie auch gegen alle anderen Minderheiten in Österreich).

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges bemühte sich die kroatischen Minderheit zu einer betont österreichischen Haltung, ihre Volksgruppe politisch und kulturell wieder zu beleben. Denn der während der Naziherrschaft durch politischen, wirtschaftlichen und sprachlichen Druck entstandene Assimilierungsbazillus lebte fort. Man wollte wieder so etwas wie ein Volksgruppenbewußtsein aller Kroaten schaffen. Einen Beitrag wurde dazu geleistet als 1946 Lorenz Karall, ein Kroate aus Großwarasdorf zum ersten Landeshauptmann des Burgenlandes nach dem 2. Weltkrieg gewählt wurde. Die ÖVP mit Karall an der Spitze war für den größten Teil der Kroaten zum Hauptanlaufpunkt ihrer Minderheitenschutzinteressen geworden. Es entstanden nämlich zahlreiche Kontroversen zwischen dem Kroatischen Kulturverein und dem Präsidium der Bürgermeister und Vizebürgermeister der Gemeinden des Burgenlandes, weil es oft aus rein parteipolitischen Gründen zu klaren kroatischfeindlichen Beschlüssen in der Schulfrage kam.

Die heutigen Probleme der kroatischen Volksgruppe sind, daß:

Außerdem kritisieren die Minderheiten, daß die Volkszählungen der vergangenen Jahrzehnte untaugliche Mittel zur Feststellung der Größe einer Minderheit seien. Sie seien jeweils eine Methode zur statistischen "Entnationalisierung gewesen". Es entstehe bereits eine Irreführung bei der Erhebung, die sich in der Auswertung dann noch verstärke. Tatsache ist, daß nach diesen Volkszählungen, die kroatische Volksgruppe im Verschwinden begriffen ist. Währenddessen erfreuen sich aber die Kroatischsendungen des ORF einer wesentlich höheren Hörerquote, als Kroaten statistisch vorhanden sind, und Zählungen der kath. Kirche ergeben ein anderes Bild.

Etwa 25-30.000 Menschen im Burgenland bekennen sich heute noch zur kroat. Nationalität, wobei eine große Anzahl von Kroaten in Wien und den anderen Bundesländern wohnhaft ist. Die größte Zahl kroatischsprechender Burgenländer lebt in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Oberpullendorf. Die Ausrufung der unabhängigen Republik Kroatien hat ihnen neues Selbstbewußtsein gegeben und der vermehrte Anspruch zum zweisprachigen Unterricht gibt Anlaß zur Hoffnung, daß die Kroaten nicht zu einer aussterbenden Minderheit gehören.

Trotz vielen positiven Bemühungen gibt es gerade in letzter Zeit einen großen Haß gegenüber Ausländern und Minderheiten.
Wir müssen nicht weit in den Geschichtsbüchern zurückblättern, um Parallelen zur heutigen Zeit zu finden. Vor dem 2. Weltkrieg herrschte ebenfalls große Arbeitslosigkeit und die Schuld dafür schob man den Zigeunern zu. Deshalb sollten wir aus der Geschichte lernen und den Minderheiten die Rechte geben, die ihnen zustehen. Denn "ein Volk ist so gut, wie es seine Minderheiten behandelt."

  

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Web-Seiten des
Burgenländisch-kroatischen Zentrums

 

 

Verwendete Literatur

Kroatien - Tourismus (1998)

Kroatien / Dubravko Horvatiæ (Turistkomerc 1992)
Das neue Kroatien entdecken / Andor Poll
Fischer Weltalmanach 1998
Aktuell 2000
Die Presse, Sonderbeilage Kroatien (20.1.1998)
Schulbücher (kroat. und öst.)

 

Die kroatische Minderheit im Burgenland, Österreich (1997)

Leben lassen ist nicht genug (Henke)
Lage und Perspektiven der Volksgruppen in Österreich (Öst. Rektorenkonferenz)
Ethnische Minderheiten in Europa (Klemens Ludwig)

    

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  Zuletzt geändert: Montag, 18. Oktober 2004
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